Häufig gestellte Fragen


Gewebetransplantationen führen vorrangig zu einer wesentlichen Verbesserung der Lebensqualität und zur schnelleren sozialen Reintegration sowie Arbeitsfähigkeit der Patienten und retten in Notfallsituationen Leben.

Welche Gewebe können gespendet werden?

Herz/Herzklappen

Schädigungen der Herzklappen sind die Folge von Verkalkungen, Infektionen oder Herzinfarkte. Selten besteht eine Schädigung bereits seit der Geburt. Geschädigte Herzklappen können langfristig zu einer Funktionsschwäche des Herzens führen, die die Leistungsfähigkeit der Betroffenen dramatisch reduzieren. Mögliche Therapien sind die Rekonstruktion der Herzklappe im Rahmen eines chirurgischen Eingriffs am Herzen oder der Ersatz der Herzklappe durch ein Transplantat. Es können die Aorten- bzw. die Pulmonalklappe transplantiert werden.

Blutgefäße

Verengen Gefäße im Verlauf des Lebens durch Ablagerungen oder verstopfen ganz, ist dies insbesondere gefährlich für Herzen und Extremitäten (Beine). Am Herzen können die Verstopfungen zu einem Herzinfarkt führen. An den Beinen führen Gefäßverengungen oder -verstopfungen zu Schmerzen und eingeschränkter Bewegung, in fortgeschrittenen Fällen droht die Amputation.In der Gefäßchirurgie werden menschliche Blutgefäße genutzt, um verengte oder verstopfte Blutgefäße zu ersetzen (Bypassoperation). Ebenso werden Transplantate bei Gefäßrekonstruktionen, vor allem beim Ersatz von infizierten Kunststoffprothesen, verwendet. Letztere sind oft lebensrettende Notfalloperationen.

Sehnen und Bänder

Sehnen und Bänder werden transplantiert, um die Stabilität und die Beweglichkeit von Gelenken zu erhalten bzw. wiederherzustellen und um künstliche Versteifungen der Gelenke zu verhindern. Knochenmaterial ersetzt verlorenes Gewebe nach z.B. Unfällen oder Tumoroperationen und bewahrt die Patienten vor Amputationen. Selten, aber lebensnotwendig, ist die Verwendung der bindegewebigen Hülle des vorderen Oberschenkelmuskels (Fascia lata) für den sofortigen operativen Verschluss von z.B. angeborenen Defekten der Bauchdecke bei Neugeborenen.

Augenspende

Die Hornhaut des Auges (Cornea) bezeichnet man auch als die Windschutzscheibe des Auges. Eine gleichmäßig gekrümmte und völlig klare Hornhaut führt zu einem klaren Sehen. Erkrankungen der Augenhornhaut (Hornhautkrümmungen oder Hornhauttrübungen) können verschiedene Ursachen haben und führen unbehandelt über eine herabgesetzte Sehschärfe letztendlich zur Erblindung. Eine Hornhaut-transplantation (Keratoplastik) kann Patienten vor einer Erblindung bewahren oder ihnen das Augenlicht zurückgeben. Dabei wird die erkrankte Hornhaut des Patienten durch eine Spender-hornhaut ersetzt.

Haut

Die Haut ist das größte Organ des Menschen. Für die Versorgung von Patienten mit schweren großflächigen Hautdefekten z.B. nach Verbrennungen und bei chronischen nicht heilenden Wunden ist oftmals eine Hauttransplantation notwendig.Dabei kann bei großflächigen Verbrennungen (>70 % der Körperoberfläche) die Hautspende Leben retten. Tumorbedingte Weichgewebsverluste   und Leistenbrüche werden mit Hautpräparaten erfolgreich behandelt.   

Was geschieht mit dem entnommenen Gewebe?

Zugelassene Gewebebanken stellen nach Aufarbeitung und Sterilisation aus den entnommenen Gewebepräparaten entsprechende Transplantate her. Die Transplantate können in den Gewebebanken bis zu 5 Jahre gelagert werden. Die Gewebetransplantate werden ohne Gewinnerzielung an Kliniken und Arztpraxen abgegeben. Nur die Kosten für die Gewebeentnahme und Aufbereitung müssen gedeckt werden.

Gibt es eine Altersgrenze?

Es gibt keine generellen Altersgrenzen für eine Gewebespende. Gewebe können bis ins hohe Alter gespendet werden, entscheidend ist der funktionelle Zustand des Gewebes zum Zeitpunkt des Todes.

Gewebespende bei schweren Vorerkrankungen

Unter individueller Berücksichtigung der Vorerkrankungen der verstorbenen Patienten entscheidet ein Arzt der GTM-V, ob und welche Gewebe für eine Spende geeignet sind.

Ist eine Abschiednahme vor oder nach einer Gewebespende möglich?

Die Abschiednahme von einem verstorbenen Angehörigen ist immer möglich. Das Aussehen des Verstorbenen wird durch die Gewebespende nicht verändert.

Verzögert sich der Ablauf der Trauerfeierlichkeit/Beerdigung?

Eine Gewebespende beeinflusst in keiner Weise die Planung oder Durchführung des von den Hinterbliebenen gewünschten Ablaufs der Trauerfeier/Bestattung. Nach der Zustimmung zur Gebespende erfragen ggf. die Mitarbeiter der GTM-V, welches Bestattungsunternehmen beauftragt wurde und koordinieren mit deren Mitarbeitern die weiteren Abläufe direkt.

Entstehen Kosten für die Angehörigen?

Nein! Es entstehen keinerlei Kosten für die Angehörigen nach einer erfolgten Gewebespende.

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